Bau der „Werner Kuntze“

Alles begann damit, dass ich im Urlaub in Flensburg in einem Modellbauladen den neuen Baukasten von Graupner für das Seenotrettungsboot der 9,5-Meter-Klasse gesehen habe. Aus reiner Neugierde fragte ich den Verkäufer, ob ich mir den Baukasteninhalt mal anschauen dürfte, eigentlich nur um zu gucken, ob die Qualität der Teile denn mittlerweile besser ist als noch vor 10 Jahren. Und was soll ich sagen, der Baukasten ist kaum mit dem von z.B. der alten Johann Fidi zu vergleichen. Ein sauber gefertigter Rumpf (nicht tiefgezogen, sondern geblasen, also auch mal kantige Kanten), detaillierte Frästeile und einiges an Zubehör. Und wie das Schicksal so wollte, verließ ich den Laden mit dem Baukasten unter dem Arm und einem breiten Grinsen im Gesicht…

 

Das Original:

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Die „Werner Kuntze“ gehört zur 9,5-Meter-Klasse und ist seit Mitte 1999 in Langballigau an der Flensburger Förde stationiert. Im Einsatzfall wird sie durch freiwillige Seenotretter besetzt, ähnlich wie bei der freiwilligen Feuerwehr. Das Original ist 9,41 m lang, 3,61 m breit und hat einen maximalen Tiefgang von 96 cm, was ihr erlaubt, auch in sehr flachen Gebieten zu operieren. Der Rumpf ist in der Netzspantenbauweise gebaut und als Deltarumpf konstruiert, das heißt, dass die breiteste Stelle des Schiffes achtern ist. Das sorgt dafür, dass das Schiff auch bei See von achtern (Wellen von hinten) noch stabil läuft. Sie ist das dritte Schiff dieser Klasse und mit der Baunummer 6504 bei Schweers in Bardenfleth bei Bremen gebaut worden. Ihre DGzRS interne Bezeichnung lautet SRB 49.

 

Der Baukasten:

Der Baukasten besteht aus drei Platten Frästeile für den Aufbau, einem Rumpf, dem Kiel als Extrateil und einigen Zubehörteilen, wie Flaggenstock, Laternen, Auspuffimitation und vielem mehr. Dazu liegt dem Baukasten sogar der Motor, die Welle, das Ruder und sogar ein Miniservo für selbiges. Alles in allem ein super Bausatz und echt zu empfehlen.

Der Baukasteninhalt:

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Der Bau: Rumpf und Deck

Angefangen habe ich mit dem Rumpf. Als erster Schritt wurde der Kiel angeklebt und verspachtelt. Es gibt mehrere Möglichkeiten den Kiel zu verkleben: Man könnte die Seiten des Wulstes am Rumpf mit Kleber einstreichen und dann den Kiel drüber stülpen, dabei läuft man aber Gefahr, dass Kleber an sehr unzugänglichen Stellen herausquillt, den man dann wegschleifen muss. Oder man macht es wie ich, schmiert eine dicke Kleberwurst auf den Wulst, steckt den Kiel auf und lässt den Kleber in die Spalte laufen. Einfach und praktisch. Als nächstes wurde das Ganze gespachtelt und geschliffen.

Der Rumpf mit  verklebten und verspachteltem Kiel:

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Als nächstes wurden die ersten Details an Deck angebracht, wie z.B. Die Fußreling und die Poller:

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Der Aufbau

Als nächsten Bauabschnitt habe ich den Aufbau in Angriff genommen. Der erste Schritt war, alle Frästeile aus dem Träger herauszuarbeiten und die Stege zwischen Teil und Platte zu verschleifen. Als nächstes wurde das Grundgerippe zusammengeklebt:

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Hier sieht man eines der ersten Details von vielen, die ich am Schiff ergänzt habe: eine Verstärkung an der Aufbauwand.

Als nächstes habe ich mich um das Dach gekümmert, auch hier wurde einiges geändert. Es wurden alle Antennen nachgerüstet, es war nur die hinten mittig vorgesehen und die auch noch auf der falschen Seite, Lüfter angebracht, die Mastklappscharniere nachgebildet und einiges mehr:IMG_6295

Als nächstes wurden die Fensterrahmen aufgeklebt und die Reling/Lifebeltschiene gelötet und verklebt. Ich habe ganz bewusst auf die kleinere Reling Richtung Bug verzichtet, da diese mit dem Aufbau fest verbunden hätte sein müssen und mir dies einfach nicht stabil genug war, da sie nur an zwei Lötpunkten fest gewesen wäre. Außerdem wurden am Rumpf die beiden Spray Rails, welche im Baukasten nicht vorgesehen sind, ergänzt.IMG_3395IMG_3398

 

Einbau des Antriebsstrang

Für den Antrieb hatte ich einen 28-36er Brushless Außenläufer von NTM vorgesehen. Befeuert sollte dieser von zwei parallelgeschalteten 2S Lipos (7,4V) in Verbindung mit einem Derkum Fahrtregler werden. Die Antriebswelle habe ich selbst gebaut. Als Stevenrohr habe ich ein 8/7 mm Messingrohr genommen, zwei 4 mm Kugellager sorgen für einen leichten, verschleißfreien Lauf. Die Welle besteht aus 4 mm Messing und wurde mit einem M4 Gewinde versehen. Als nächstes musste der Brushless-Motor zerlegt werden. Dazu ist nur die Madenschraube an der Rückseite der Glocke zu lösen und vorne der Sprengring zu entfernen. Nun kann man mit leichter Gewalt die Welle aus der Glocke entfernen. Als nächstes schiebt man die Antriebswelle vom Schiff in die Glocke und sichert sie mit der Madenschraube. Durch diese recht einfache Maßnahme spart man sich nicht nur die Kupplung, sondern man bekommt einen sehr schwingungsarmen und dadurch leisen Antrieb. Als nächstes baut man sich einen passenden Motorspant, schraubt den Motor fest und setzt den nun kompletten Antriebsstrang in den Rumpf ein. Als erstes klebt man den Spant fest, damit der Rest auch wirklich fluchtet. Danach wird das Stevenrohr in den Rumpf geklebt und dicht vergossen. Schon ist das Kapitel Antrieb abgehakt. Hier mal eine Gesamtaufnahme des Innenlebens im Rumpf:

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